Fliegerschicksale über Lumda, Lahn und Ohm
  28. September 1944
 
Bortshausen, Donnerstag, 28. September 1944
Am Nachmittag des 28. September 1944 wurde beim Haltepunkt Bortshausen ein Zug der ehem. Marburger Kreisbahn von Tieffliegern beschossen.

Es war etwa 14.30 Uhr als der Zug 4 (Abfahrt Marburg Süd um 14.00 Uhr) direkt nach dem Abfahren vom Haltepunkt Bortshausen in Richtung Ebsdorf angegriffen wurde. Das Lokpersonal brachte beim Erkennen des Angriffs den Zug zum Stillstand und veranlasste die Reisende sich aus dem Zug heraus in Sicherheit zu bringen.
Bei diesem Angriff wurden drei Personen verletzt.
Der Kreisbahnschaffner Maurer aus Ronhausen erhielt neben einem Schuss durchs linke Knie auch einen Streifschuss am Kopf.
Die Schülerin Elisabeth Scherer aus Ronhausen  wurde durch einen Schuss in den rechten Fuß verwundet und eine nach Wittelsberg evakuierte Frau aus Kassel hatte eine Schussverletzung an der Hüfte.
 
Die Fahrzeuge wurde leicht veschädigt und blieben betriebsbereit.
Die Lokomotive erhielt einige Treffer, die aber keinen erheblichen Schaden anrichteten. Im Stückgutwagen befanden sich fünf Einschüsse im Dach, im Gepäckwagen acht Durchschüsse durch Decke und Seitenwand und von den Personenwagen wurde einer durch zwei Treffer leicht beschädigt.

Die verletzten Personen wurden durch eine im Zug mitreisende DRK-Helferin erstversorgt, durch Frau Dr. Augusta Weber aus Ebsdorf weiterbehandelt und danach in die chirurgische Klinik nach Marburg verbracht.
 
Die Meldung über diesen Vorfall wurde von der Bezirksdirektion der Marburger Kreisbahn an das Landratsamt in Marburg übermittelt. Der Betriebsleiter, der zusammen mit dem Gendarmeriebeamten aus Niederweimar und dem Bürgermeister von Ronhausen den Tatbestand feststellte, verweilte bis zur Fortsetzung der Zugfahrt bei Bortshausen.

 
 
 
 
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